Lamprecht und Stamm
Sozialforschung und Beratung AG

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Link zur Website des Link-IconISSP

Link zum Projekt Link-Icon"Soziale Ungleichheit in der Schweiz"

Die Wahrnehmung der Ungleichheit im historischen und internationalen Vergleich

Das Projekt schliesst an eine die Untersuchung Link-Icon"Soziale Ungleichheit in der Schweiz" an, in deren Zentrum eine Datenerhebung zur sozialen Ungleichheit und ihrer Wahrnehmung in der Schweiz Ende der 1990er Jahre stand. Im vorliegenden Projekt wurde diese Untersuchung auf der Grundlage von Daten aus dem International Social Survey Programme (ISSP) auf einen Vergleich mit anderen Ländern und Zeitpunkten (1987, 1999) ausgedehnt.

Detailinformationen

Auf der Grundlage von Daten aus dem "International Social Survey Programme" (ISSP) zum Thema soziale Ungleichheit der Jahre 1987 und 1999 und vor dem Hintergrund eines Erklärungsmodells, das Ungleichheitswahrnehmungen in Beziehung zu allgemeinen Hintergrund-bedingungen, strukturellen Einordnungen und Leitvorstellungen setzt, wurde im Projekt zunächst die Veränderung von Ungleichheitsstrukturen und –wahrnehmungen in der Schweiz thematisiert, um diese anschliessend in einer komparativen Perspektive mit den Entwicklungen in Deutschland, Österreich, Grossbritannien, den Niederlanden und Ungarn zu kontrastieren.

Die Untersuchung zeigt ein differenziertes Bild der Ungleichheitswahrnehmung und ihrer Determinanten in den untersuchten Ländern. An dieser Stelle sollen lediglich drei zentrale Resultate hervorgehoben werden:

  1. Stabilität vs. Konvergenz: Trotz vergleichbarer Herausforderungen, mit denen sich die verschiedenen Gesellschaften während der 1990er Jahre konfrontiert sahen (ökonomische Krisentendenzen, europäische Integration, Finanzprobleme der öffentlichen Hand), lässt sich vorderhand weder bei den grundlegenden Wahrnehmungsprinzipien und Leitvorstellungen noch bei der Beurteilung der Ungleichheit im engeren Sinne ein Konvergenzprozess nachweisen. Nationale Spezifitäten in institutioneller, historischer und kultureller Hinsicht spielen weiterhin eine zentrale Rolle, wenn es um Vorstellungen von einer "gerechten" Gesellschaft und entsprechende Wahrnehmungen geht. Die grundlegenden Wahrnehmungstendenzen scheinen sich verhältnismässig langsam zu ver-ändern, wenn das Gesellschaftssystem nicht, wie im Falle Ungarns, grundlegend umgestaltet wird.
  2. Struktur und Wahrnehmung: Trotz wirtschaftlicher Anpassungsprozesse haben sich die Einkom-mensverteilung und die Ungleichheitsstrukturen in den untersuchten Ländern gemäss den vorliegenden Daten nicht nachhaltig verändert. Die individuelle und gruppenspezifische Einordnung in die Ungleichheitsstruktur beeinflusst dabei die Präferenz für spezifische Leitwerte nur bedingt, hat jedoch – im Gegensatz zur Differenzierungsthese – einen signifikanten und sich über die Zeit verstärkenden direkten Einfluss auf die Wahrnehmung der Ungleichheit.
  3. Situation in der Schweiz: In der Schweiz gehörte die Ungleichheitsproblematik Ende der 1990er nicht zu den zentralen Themen der öffentlichen Diskussion. Die Einkommensverteilung wird 1999 zwar weniger kritisch beurteilt als noch 1987, gleichzeitig wird aber eine Verschärfung von Vertei-lungskonflikten zwischen verschiedenen gesellschaftlichen Gruppen konstatiert. Diese Befunde dürften einerseits eine Folge der verhältnismässig stabilen Entwicklung der Einkommensverteilung in einem schwierigen internationalen Umfeld während der 1990er Jahre sein. Andererseits wird der gesellschaftliche Zusammenhalt, selbst wenn die individuelle Situation nach wie vor als gut bezeichnet wird, als Folge einer Abkühlung des politischen Klimas, der Verhärtung ideologischer Fronten und zunehmender, ungleichheitsrelevanter Probleme (Finanzierung von Altersvorsorge und Gesundheitswesen, Immigrationsproblematik etc.) in stärkerem Masse als bedroht wahrge-nommen zu werden als zwölf Jahre früher. Bei diesen Situationseinschätzungen spielt zudem die eigene strukturelle Einordnung eine grössere Rolle als noch Ende der 1980er Jahre, als sich eine Tendenz zur Entkoppelung von Ungleichheits-wahrnehmung und sozialer Lage feststellen liess.

Status und Auftraggeber

Das Projekt wurde im Rahmen des Schwerpunktprogramms "Zukunft Schweiz" des Schweizerischen Nationalfonds in den Jahren 2001 und 2002 durchgeführt (Projekt-Nr. 5004-058475).

Weitere Informationen

Eine Zusammenfassung wichtiger Resultate können dem Download-IconKurzbericht zuhanden des SNF sowie dem folgenden Kongressbeitrag in englischer Sprache entnommen werden:

Stamm, Hanspeter, Markus Lamprecht und Rolf Nef (2002): Download-Icon"Between the market and the state: A longitudinal comparative study of inequality perceptions in five European countries". Paper presented at the ISA World Congress, Brisbane (Research Committee 28 'Social Stratification').

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